Love Faith Hope

Besonders an den unbeschwerten & schönen Tagen, an denen wir das Leben genießen, wir uns wohlfühlen und Pläne für die Zukunft schmieden, treffen uns die traurigen Nachrichten noch tiefer ins Herz als gewöhnlich. 

Wochenlang haben Carsten & ich uns den Urlaub herbei gesehnt, nun sind wir unterwegs und genießen die Zeit, schmieden Pläne für die Zukunft. Wir reden viel über unsere Zukunft, über dass, was wir “ mal machen wollen“. Dann, wenn die Umstände dafür entsprechend gut sind.  Unsere Pläne drehen sich stets ums Reisen mit dem Wohnmobil, vielleicht ein kleines eigenes Business im Süden, einfach mal länger bleiben können wo man sich wohl fühlt. Am Besten „irgendwie von unterwegs“ Geld verdienen können. Denn bei aller Liebe und noch so vielen Ideen: man braucht auch was auf dem Teller und ein Polster wenn mal was ist… Mit dem Auto oder der Gesundheit. Und ja, es läuft gut in Deutschland, mein Job ist großartig, macht Spaß und ist das, was ich immer tun wollte – perfekt für mich. Hätte ich doch nur mehr Zeit mal länger weg bleiben zu können. Carsten hadert eh schon immer mit der deutschen Mentalität, würde lieber heute als morgen los.  Ich sag immer: geh doch schon mal und fang an was aufzubauen. Ich komm dann nach. Ideen und Möglichkeiten gibt und gab es ja genug.

So geht das schon lange. Jedes Jahr neue Ideen. Jedes Jahr: würde wäre wenn. Macht ja nix. Uns geht es ja gut, so wie es ist. 

Wir waren in Mimizan unterwegs um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Brrrt brrrt – eine Nachricht. Diese Art von Nachricht, vor denen man immer Angst hat. 

Ein sehr netter Bekannter lebt nicht mehr. Ein junger Mann, keine 50 Jahre alt. Seine liebe,reizende Frau hat mir geschrieben, ich bin fassungslos. What the fuck!!! Ich könnte problemlos 50 Arschlöcher aufzählen, ohne die die Welt eine Bessere wär. Klar, die Frage „warum er“ führt zu nichts und es gibt darauf keine Antwort. Ich kann fast fühlen, wie sehr sie leidet. Wie schlimm muss es auch für ihn gewesen sein, sie allein zurück zu lassen! Gerechtigkeit auf Erden? Wo finde ich die? 

Und dennoch, das Leben hat mir oft gezeigt (im Nachgang), dass auch die schlimmen Dinge nicht nur blöd sind, sondern manchmal auch neue positive Dinge nach sich ziehen. Verzeih mir Nuri, dass kannst Du heute bestimmt noch nicht so sehen.

Jetzt sitze ich hier und überlege, wann für mich eigentlich dieses ominöse „dann irgendwann“ ist. Vor 7 Jahren, da habe ich meine Ängste zur Tür hinaus gejagt, ihnen gesagt das sie sich verpissen sollen und bloß nicht zurück kommen mögen. Da habe ich gelernt, dass man alles schaffen kann, wenn man gesund ist und das Gesundheit allerdings eine absolute Grundvoraussetzung für Alles ist. Und das die gesunden und unbeschwerten Tage nicht die Regel sind, sondern ganz großes Glück. Und das Glück nicht unendlich ist und man es nicht überstrapazieren darf. 

Wann ist dieses „irgendwann“ für Dich Doreen? Wann ist denn dieser Zeitpunkt an dem Du gesund bist & Reisen kannst, Carsten gesund ist & Reisen kann, Deine Eltern noch nicht auf Deine Hilfe angewiesen sind? Das ist doch JETZT, oder nicht? Das ist doch eigentlich schon ganz lange JETZT, oder nicht? 

Was hat sich da eigentlich wieder eingeschlichen, die letzten 7 Jahre? Sind es die Existenzängste, die wieder durch die Hintertür mal „vorbei“ schauen???  Notiz an mich selbst: Jag sie zum Teufel!!!

Wir waren gestern an den Klippen in Sagres. Wieder ein Sonnenuntergang. Wir haben eine Kerze für Dich angezündet lieber Frank. Du und Deine liebe Frau, Ihr seit auf dieser Reise bei uns. Ich weiß, was Du mir sagen würdest, Frank. Du würdest sagen: Tritt auf‘ s Gas und fahr, solange Du es noch kannst. Es braucht nicht wirklich viel um glücklich zu sein. 

Frank, Ruhe in Frieden! Ich bin froh, Dich kennengelernt zu haben.